Innovativer Schutz der Holzpolter vor Borkenkäfer

Am 13.07.17 veranstaltete die FVO in Scheßlitz auf Anregung der WBV Bamberg eine Infoveranstaltung zum Thema Borkenkäfer. Dabei gaben die beiden Waldschutzexperten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), Dr. Ralf Petercord und Florian Krüger, einen Überblick auf die ansteigende Gefährdungslage durch den Buchdrucker seit 2015. Aktuell ist in ganz Bayern und auch in Oberfranken eine sehr hohe Populationsdichte der Buchdrucker vorhanden. Dies ist an den hohen Fangergebnissen der Monitorfallen abzulesen. Die Waldbesitzer sind daher aufgefordert, mindestens monatlich ihre Fichtenwälder zu kontrollieren.
 
 
In einem weiteren Teil wurde das Storanet von Ludwig Lutz (BASF) vorgestellt. Dieses innovative Produkt ist ein sehr engmaschiges Netz, das in einer besonderen Formulierung mit dem Käferbekämpfungsmittel Alpha-Cypermethrin getränkt ist. Das Netz kann Holzpolter vor der Besiedlung durch Borkenkäfer wirksam schützen bzw. verhindert bei schon befallenem Holz das Ausfliegen der Käfer.
 
 
Besondere Vorteile des Netzes sind
   - Wesentlich geringere Wirkstoffmenge/m²
   - Kein Sprühnebel
   - Abstand zu Gewässern nur mind. 10m (statt 30m bei Sprühbehandlung)
   - Kann leicht von einer Person mit Sachkundenachweis auf Polter befestigt werden
Der Wirkstoff des Netzes wird nur unter UV-Licht aktiv. Der besondere Clou ist, dass das Netz mehrmals verwendet werden kann. Insgesamt 6 Monate bleibt das Netz wirksam. Wenn es nicht gebraucht wird, soll das Netz dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Ohne UV-Licht wird das Insektizid nicht aktiviert. So kann das Netz bis zu 3 Jahre benutzt werden, in denen es 6 Monate lang als aktiver Polterschutz verwendet wird.
Bei 2 bis 3-maliger Verwendung ist das Netz wirtschaftlich günstiger als die bisher übliche Spritzmittelbehandlung.
Allerdings gibt es das Netz nur in der Abmessung 8m mal 12,5m (100m²). Daher kann es nur für kleinere Holzpolter eingesetzt werden. Bei 5m-Fixlängen können etwa 20fm, bei 4m-Fixlängen etwa 30 bis 40fm mit einem Netz geschützt werden.
Aber gerade solche kleinen Polter, möglicherweise noch verstreut im Vereinsgebiet, gibt es bei jeder WBV. Daher lohnt es sich vielleicht, das neue Verfahren einmal auszuprobieren.
Natürlich ist mit dem Verfahren ein etwas höherer Logistikaufwand verbunden. Die WBV muss wissen, wann der Polter abgefahren wird, damit die WBV (am besten mit 2 Personen) vor Abfuhr das Netz entfernen und günstig für die nächste Verwendung zusammenfalten kann.

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