Jahreshauptversammlung FV- Oberfranken

Wald-Klima-Fonds soll wichtige Impulse für intelligente Holzverwendungen geben


Vorsitzender Heinrich Rudrof, MdL, erstattete in der Jahreshauptversammlung 2010 der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO) Bericht über die gemeinsame Arbeit der 16 Waldbesitzervereinigungen, deren 19.800 private und öffentliche Waldbesitzer knapp 128.000 Hektar Wald bewirtschaften
 
 
Himmelkron – „Die Bayerische Staatsregierung wird aufgefordert, sich bei der Bundesregierung für die Errichtung eines bundesweiten Wald-Klima-Fonds einzusetzen, der ergänzend zur Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ neue Impulse zur Anpassung der Wälder und Forstbetriebe an den Klimawandel sowie zum Klimaschutz durch Wald und Holz gibt einzusetzen.
 
Der Fonds ist aus Einnahmen des Emissionshandel zu finanzieren und soll möglichst bereits ab 2011, dem „Internationalen Jahr der Wälder“ seine Arbeit aufnehmen“   Diesen seinen Antrag an den Bayerischen Landtag, dem sich bereits die gesamte CSU-Fraktion des Parlaments angeschlossen hat, präsentierte der Vorsitzende der FVO, der Bamberger CSU-MdL Heinrich Rudrof, bei der Jahreshauptversammlung, die Anfang März 2010 in Himmelkron stattgefunden hat.  
 
Vor den Delegierten der 16 Waldbesitzervereinigungen Oberfrankens, die in der FVO 19.800 Waldbesitzer mit 128.000 Hektar Wald repräsentieren, begründete ihr Vorsitzender, der seit Jahren zu den maßgeblichen forst- und waldpolitischen Sprechern der CSU im Landtag gehört, die Errichtung des von ihm vorgeschlagenen Wald-Klima-Fonds mit der Sondersituation von Wald und Forstwirtschaft. Wie kein anderer Sektor seien Wald und Forstwirtschaft vom Klimawandel nicht nur besonders betroffen, also Opfer, sondern leisten auch als Retter enorme Beiträge zum aktiven Klimaschutz. In keinem anderen Sektor gäbe es annähernd vergleichbare Produktionszeiträume von mehr als 100 Jahren. Anpassung und Umsteuerung seien daher in der Forstwirtschaft extrem schwierig und langwierig.   Ein Wald-Klima-Fond signalisiere für die rund 700.000 Waldbesitzer in Bayern Tatkraft und Verlässlichkeit der Politik, so wie sie bereits in der „ Weihenstephaner Erklärung“ zu Wald und Forstwirtschaft in Bayern vom Juni 2008 zum Ausdruck komme.   Ein Wald-Klima-Fonds solle in Zukunft ferner wichtige Impulse für intelligente Holzverwendungen mit hohem Klima- und Energie-Nutzen leisten, die auch zu einer allgemeinen Beschleunigung der klima- und energiepolitisch dringend notwendigen Sanierung im Bestand betragen würden.
 
MdL Heinrich Rudrof dazu:.“Der nachwachsende Rohstoff Holz wird in Zukunft immer mehr geschätzt werden. Gerade beim Energie sparenden Gebäudebau und bei der Altbausanierung hat der Baustoff Holz eine zentrale Bedeutung. Auch in der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen spielt Holz in Form von Hackschnitzeln eine immer größere Rolle. Daraus folgt, dass der FVO nach wie vor eine zentrale Rolle zukommt, die Belange des Waldes und der Waldbesitzer in der fachlichen wie politischen Öffentlichkeit weiter so engagiert wie bisher zu vertreten. Die FVO ist die starke Stimme der für den Wald und seine sinnvolle Nutzung durch umweltbewusste und für Natur und Klimaschutz gleichermaßen  eintretenden Waldbesitzer, die sich dabei ihrer wichtigen Rolle als Waldökonomen und Landschaftsschützer gleichermaßen bewusst sind.“   Für die FVO, so MdL Heinrich Rudrof weiter, seien die zurückliegenden Wirtschaftsjahre sehr erfolgreich gewesen. So konnte man 2007 und 2008 durch entsprechende Rahmenverträge mit den Abnehmern der Säge-und Holzwerkstoffindustrie jeweils über 250.000 Festmeter Holz verkaufen. Seit 2009 halten sich aber die Privatwaldbesitzer beim Einschlag wieder etwas zurück. Diese Zurückhaltung sei jedoch aufgrund der im Augenblick wieder sehr guten Holzpreise nicht mehr gerechtfertigt. Daher müssten auch in der FVO die privaten Waldbesitzer im Wald aktiv wieder mehr Holz „ernten“. Dies sei umso wichtiger, als wegen des Klimawandels der im Augenblick laufende Waldumbau durch höhere Laubholzanteile in den kommenden Jahren dringend weiter fortgesetzt werden müsse. Nur wo waldbaulich fachgerecht Holzeinschläge stattfänden und damit mehr Licht auf die Böden komme, könne diese Verjüngung entsprechend vor Ort umgesetzt werden.  
 
Den Bericht des Vorsitzenden MdL Rudrof unterlegte der Holzvermarkter der Vereinigung, Dipl.-Forstingenieur (Univ.) Johannes Hölzel mit weiteren Zahlen: Auf jedes Mitglied der FVO entfallen statistisch 6,5 Hektar Wald oder 8.000 Hektar pro Waldbesitzervereinigung, die alle im Schnitt 1.200 Mitglieder haben. Betrachte man die Privatwaldflächen in Oberfranken, so könne man feststellen, dass in Ostoberfranken weniger Mitglieder mehr Fläche bewirtschaften als in Westoberfranken.  
Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Oberfranken führt im Augenblick zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten in Bayern die einzige Nadelwertholzversteigerung im Land durch. Hier konnten 350 Festmeter Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie abgesetzt werden. Die Laubholzsubmission der FVO erbrachte vor allem bei Bergahorn Spitzenpreise bis zu 3.330 Euro pro Festmeter.
Johannes Hölzel berichtete, dass Oberfranken und seine Forstwirtschaftliche Vereinigung Pilotregion für die Entwicklung von EDV gestützten Werkzeugen zur Überwachung von Stoffströmen bei Rundholz ist, die dann in allen Regionen Bayerns benutzt werden können. Vor allem könne man dann hier feststellen, wann wer wie viel Holz angekauft habe und wie es weiter verarbeitet werde. Hier arbeite man in der Holzverwertung im kommenden Jahr auch mit den Kollegen aus der Forstwirtschaftlichen Vereinigung der Oberpfalz eng zusammen.  
 
Im vergangenen Jahr, so Hölzel, wurde mit Waldbauern aus den Landkreisen Coburg, Lichtenfels und Kronach auch eine GmbH zur Vermarktung von Energieholz gegründet. Neben der thermischen Verwertung von Hackschnitzeln in bestehenden Lieferverträgen, unterstützt man Vorhabenträger auch bei der Planung und Betreuung von noch zu realisierenden Heizanlagen.   Besonders erfreut war die FVO 2009 von einem Besuch nordkoreanischer Forstfachleute, die sich im Detail über die moderne Waldbewirtschaftung in Oberfranken informiert haben. Trotz der schwierigen politischen Lage ist in diesem Bereich eine weitere Zusammenarbeit der Fachleute beider Seiten möglich und auch erwünscht.
 
 
Der Geschäftsführer der FVO und zugleich Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes in Oberfranken, Dr. Wilhelm Böhmer, stellte in den Mittelpunkt seines Berichts die nachdrückliche Forderung der Waldbesitzer an die Bayerische Staatsregierung, an der intensiven Förderung des Waldwegebaus festzuhalten, denn ohne einen entsprechenden Wegebau könne es keine sinnvolle Waldbewirtschaftung geben. Gleichzeitig strebe die FVO und ihr Vorsitzender Heinrich Rudrof in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband in einer eigenen Arbeitsgruppe mit Jägern und Jagdgenossenschaften eine gemeinsame Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Verbissschäden an.

Der Vorsitzende des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Sepp Spann, beschäftigte sich in Himmelkron mit aktuellen forstwirtschaftlichen Problemen. So sehe er die finanzielle Förderung im Privatwaldbereich nicht als Subvention, sondern als eine Investition in die Zukunft Bayerns an. Deshalb dürfe diese staatliche Unterstützung auf gar keinen Fall gekürzt werden. Auch was den Naturschutz im Wald anbetreffe, habe ja gerade erst die Bewirtschaftung des Waldes zu für den Naturschutz wertvollen Flächen geführt. Hier frage man sich, warum nun die Ergebnisse dieser Waldbewirtschaftung unter weiteren Schutz gestellt werden sollte, denn eine fachgerechte Bewirtschaftung des Waldes könne nach wie vor alle Waldfunktionen viel besser garantieren. „ Deshalb lehne ich eine Zweiteilung des Waldes in unter Schutz gestellte Wälder und nicht unter Schutz gestellte Wälder, in denen mehr auf Gewinn gewirtschaftet wird, ab“, so Vorsitzender Sepp Spann.
 
Der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Fränkische- Schweiz, Jörg Deutschländer-Wolff stellte der FVO einen Teil des Waldinfoplans vor, der im Augenblick in seiner Vereinigung verwendet wird und der als EDV-Programm die Arbeit bei der Holzvermarktung von der Datenerfassung bis zur Rechnung und Abfuhr wesentlich erleichtert.  
 

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